Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, was es bedeutet, das innere Kind zu verstehen – und warum das so vieles in deinem heutigen Leben beeinflusst.
Du funktionierst. Du machst. Du bist zuverlässig, organisiert, belastbar. Und gleichzeitig spürst du: Es ist anstrengend. Du fühlst dich innerlich oft gehetzt, kontrolliert, angespannt. Fast so, als dürfe nichts dazwischenkommen – sonst fällt alles zusammen.
Dein inneres Kind verstehen – warum Funktionieren oft mehr ist als Disziplin
In meiner Praxis begegnen mir viele Frauen, die scheinbar „alles im Griff“ haben. Und trotzdem nie wirklich ausatmen. Sie wissen nicht, wie sie aufhören sollen zu funktionieren – weil sie es gar nicht anders kennen. Sie erleben ein ständiges inneres Antreiben. Ein inneres Kind, das früh gelernt hat: Wenn ich mich anstrenge, dann bin ich sicher.
Wie das Muster des Funktionierens in der Kindheit entsteht
Vielleicht gab es in deiner Kindheit Momente, in denen du geträumt, gespielt, dich verloren hast – so wie Kinder das tun. Und dann kam Kritik:
„Du hast das extra gemacht.“
„Warum kannst du nicht besser aufpassen?“
„Schon wieder falsch!“
Nicht, weil deine Eltern „böse“ waren – sondern weil sie selbst überfordert, gestresst oder unsicher waren. Aber du hast es anders abgespeichert. Dein System hat verstanden:
Fehler = Bedrohung
Funktionieren = Sicherheit
Anspannung = Überleben
Dein inneres Kind zu verstehen heißt: dein Nervensystem zu verstehen
Diese Erfahrungen werden nicht nur in deinem Kopf gespeichert – sondern in deinem Körper. Dein limbisches System, vor allem die Amygdala, lernt: Es ist gefährlich, nicht zu funktionieren. Dein Körper bleibt im Alarmzustand. Dein Sympathikus feuert – selbst in harmlosen Situationen.
Und so kann es sein, dass ein verändertes Wort, ein Blick, ein Ton reicht – und dein inneres System springt an.
Wenn du dein inneres Kind verstehen willst, darfst du begreifen: Dieser Reflex ist keine Schwäche. Es ist ein Schutz.
Typische Sätze, die dich bis heute unbewusst leiten
„Ich darf keine Schwäche zeigen.“
„Ich muss alles richtig machen.“
„Wenn ich loslasse, passiert etwas Schlimmes.“
„Ich bin verantwortlich.“
Diese Sätze sind nicht rational – sie sind tief verkörpert. Und genau deswegen ist es so heilsam, dein inneres Kind zu verstehen, statt dich selbst weiter zu verurteilen.
Was dir helfen kann, wenn du ständig funktionierst
Heilung beginnt mit dem Erlauben.
Erlaube dir, nicht alles im Griff zu haben.
Erlaube dir, nicht perfekt zu sein.
Erlaube dir, hinzuspüren, wann du im Funktionsmodus bist.
Kleine Schritte im Alltag können sein:
eine Hand auf dein Herz legen und innerlich sagen: „Du bist sicher.“
innehalten, wenn du spürst: Jetzt spanne ich mich schon wieder an.
dich fragen: Was würde mein jüngeres Ich jetzt brauchen?
Dein inneres Kind verstehen – Impulse zur Selbstreflexion
In welchen Momenten reagiere ich über?
Was triggert mich sofort in Alarm?
Wann funktioniere ich – obwohl ich müde bin?
Was hätte ich als Kind gebraucht, aber nie bekommen?
Was kann ich mir heute davon schenken?
Dein inneres Kind braucht heute etwas anderes
Wenn du dein inneres Kind verstehen lernst, kannst du aus alten Überlebensmustern aussteigen. Du erkennst: Ich war nicht falsch. Ich habe überlebt. Aber heute darf ich leben.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem du deiner inneren Stimme ein Stück näherkommst.
Wenn du mehr über meine Arbeit erfahren möchtest, findest du hier mehr über mich und meine Begleitung.
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👉 Die Funktionierende – Wenn du alles im Griff hast, aber innerlich nie zur Ruhe kommst
👉 Die Kümmerin – Wenn du das Gleichgewicht für alle hältst
👉 Die Starke – Wenn du dich für alles verantwortlich fühlst, obwohl du selbst erschöpft bist
👉 Die Unsichtbare – Wenn du dich ständig anpasst und trotzdem unsicher bleibst
Ich freue mich, dass du hier bist.
Ich freue mich, dass du mitliest.
Und vielleicht darf heute ein Teil in dir zum ersten Mal wirklich ausatmen.
Herzlichst,
Deine Stefanie Trilling
Praxis für ganzheitliche Psychotherapie – Düsseldorf